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Dieses Handbuch soll es Ihnen ermöglichen, Wartungsarbeiten, Reparaturen und Reinigung sicher und korrekt durchzuführen, ohne sich oder dem 3D-Drucker Schaden zuzufügen.
Lesen Sie die entsprechenden Anweisungen sorgfätlig durch, bevor Sie Arbeiten am 3D-Drucker ausführen.
In einigen Fällen kann es erforderlich sein, zusätzliche Informationen für eine bestimmte Aufgabe nachzuschlagen. Da wir bemüht sind, alle Informationen unabhängig von der jeweiligen Hard- oder Software Version des RepRap Industrial bereitzustellen, müssen Sie gegebenenfalls verschiedene Quellen aufrufen.
Die gültige Hardware Revision Ihres 3D-Druckers finden Sie auf dem Typenschild auf der Rückseite des 3D-Druckers.
Die Software Version finden Sie auf dem Touchscreen.
Sollten Sie sich über Angaben in diesem Handbuch unsicher sein, fragen Sie uns jederzeit - wir werden immer unser bestes tun, um alle auftauchenden Fragen schnell und umfassend zu beantworten. Ebenso bitten wir darum, uns mitzuteilen, wenn Sie Inhalte vermissen.
Wenn Sie Hilfe durch unseren Technischen Support benötigen, halten Sie bitte immer folgende Daten bereit, damit wir Ihr Problem schnellstmöglich analysieren und Ihnen so optimal helfen können:
Um die LOG-Datei herunterzuladen:
INFO
In der LOG-Datei werden alle Kommunikations- und Bedienbefehle ab dem Tag der ersten Inbetriebnahme gespeichert. Die letzten 10.000 Einträge werden beim Export ausgelesen, sodass es einige Minuten dauern kann, bis der Download-Dialog erscheint.
Zusätzlich sind in vielen Fällen folgende Daten hilfreich für die Problembehebung:
Soll der RepRap Industrial verschickt werden (z.B. zu einer Inspektion durch den Hersteller), muss er sorgfältig verpackt und alle beweglichen Komponenten gegen Beschädigungen durch Verrutschen gesichert werden.
INFO
Austausch oder Reparatur von Komponenten, die durch unsachgemäße Transportsicherung beschädigt werden, erfolgen zu Lasten des Kunden.
Die folgende Beschreibung geht davon aus, dass:
Der Druckkopf muss zuerst und mit besonderer Sorgfalt gesichert werden. Es ist unbedingt erforderlich, dass er genau wie hier dargestellt fixiert wird. Anderenfalls können Sensoren und andere Komponenten so schwer beschädigt werden, dass sie ersetzt werden müssen.
Nach dem Anbringen sämtlicher Transportsicherungen ist der 3D-Drucker bereit zum Verpacken. Folgende Materialien und Werkzeuge werden dafür benötigt:
Diese Beschreibung geht davon aus, dass die Anlieferungskiste des 3D-Druckers verwendet wird. Sollten Sie die Kiste entsorgt haben, verwenden Sie eine adäquate Ersatzverpackung. Es ist nicht ausreichend, den 3D-Drucker auf einer Palette festzuzurren und in Folie einzupacken.
VERBRENNUNGSGEFAHR!
Abhängig vom verarbeiteten Material, können Komponenten des 3D-Druckers direkt nach Ende eines Druckauftrags Temperaturen von bis zu 300°C (572°F) aufweisen.
Um Verbrennungen zu vermeiden:
Wo | Was | Werkzeuge / Tätigkeit |
---|---|---|
Druckkammer | - Kunststoffreste entfernen | Besen, Pinsel, Staubsauger |
Wo | Was | Werkzeuge / Tätigkeit |
---|---|---|
Antriebsriemen | - Prüfen der Riemenspannung; falls erforderlich, nachspannen | Beschreibung |
Wellen | - auf Trockenheit überprüfen; falls erforderlich, schmieren | Beschreibung |
Kühlmittelkreislauf | - Schläuche auf übermäßige Blasenbildung prüfen; falls erforderlich, nachfüllen | Beschreibung |
Filamentabstreifschwamm | - auf Sauberkeit prüfen; falls erforderlich, reinigen | mit sauberem Wasser ausspülen; gründlich trocknen |
Wo | Was | Werkzeuge / Tätigkeit |
---|---|---|
Luftfilter | - Füllung austauschen | Beschreibung |
Wo | Was | Werkzeuge / Tätigkeit |
---|---|---|
Spindelantrieb der Z-Achse | - auf festen Sitz prüfen: bei eingeschaltetem 3D-Drucker den Drucktisch hinten am Schlitten anfassen und versuchen, ihn anzuheben → hat der Tisch Spiel auf der Spindel, muss die Spindelmutter ersetzt werden → lässt sich die Spindel heben, müssen die Stellringe nachgezogen werden | Beschreibung |
VERLETZUNGSGEFAHR
Eingige Kunststoffe können nur mit aggressiven Lösungsmitteln entfernt werden, die Vergiftungen, Verätzungen, Reizungen von Haut, Schleimhäuten und Augen, allergische Reaktionen oder andere Schädigungen hervorrufen können. Lösungsmittel können auch entzündliche, zersetzende oder giftige Dämpfe bilden.
Um Verletzungen und Unfälle beim Umgang mit Lösungsmitteln zu vermeiden:
VERBRENNUNGSGEFAHR
Die Druckkammer und innenliegende Komponenten können betriebsbedingt Temperaturen bis zu 70°C (158F°) erreichen, das Druckbett Temperaturen bis zu 130°C (266°F) und die Hot-Ends Temperaturen bis zu 300°C (572°F). Berührung kann Verbrennungen mit leichten Brandblasen (1. Grad) verursachen. Bei längerem Kontakt können auch schmerzhafte Verbrennungen 2ten Grades auftreten. Vor der Reinigung innenliegender Bauteile:
HINWEIS
Azeton ist das für ABS geeignetste Lösungmittel und wird daher für viele Reinigungsaufgaben am RepRap Industrial 3D-Drucker empfohlen.
Geeignete Lösungsmittel, um Reste anderer Kunststoffe als ABS zu entfernen, finden Sie unter Materialien oder im Datenblatt des Herstellers.
Beachten Sie Folgendes, wenn Sie Lösungsmittel für die Reinigung verwenden:
Gehäuse
Unter normalen Bedingungen muss der 3D-Drucker nicht täglich gereinigt werden. Regelmäßiges Abstauben reduziert jedoch das Eindringen von Staub in die Filamentzuführung und dadurch das Verstopfen der Düsen. Außerdem bleibt das hochwertige Erscheinugsbild des 3D-Druckers erhalten.
Alle Teile des Gehäuses können von außen mit einem milden Haushaltsreiniger (z.B. Spülmittel, Glasreiniger) und fuselfreien Tüchern gereinigt werden.
Verwenden Sie keine abrasiven Reiniger oder Reinigungsschwämme, da diese die Acrylglasverkleidungen und das Display zerkratzen und erblinden lassen.
Materialreste sollten regelmäßig aus der Druckkammer entfernt werden. Verwenden Sie dazu eine weiche Bürste oder eine niedrig eingestellten Staubsauger, um lose Materialreste zu entfernen.
Touchscreen
Falls erforderlich, verwenden Sie ein mit Glasreiniger angefeuchtetes Mikrofaser- oder Brillenputztuch, um das Display abzuwischen.
Druckbett
HINWEIS
Verwenden Sie keine stumpfen, spitzen Gegenstände, um Materialreste vom Druckbett zu entfernen. Entfernen Sie auch Schmierreste von Lösungsmitteln immer gründlich vom Druckbett. Eine stark zerkratzte oder mit Schmierresten benetzte Oberfläche kann zu erhöhter Haftung führen, was ein beschädigungsfreies Ablösen des Druckobjekts unmöglich machen kann.
PEI verträgt die meisten Lösungs- und Reinigungsmittel. Es ist besonders unempfindlich gegen Azeton und Isopropylaklohol. Bei schlechter Haftung und dem Ablösen von Druckteilen während des Drucks, reinigen Sie das Druckbett gründlich mit einem in Azeton getränkten, flusenfreien Tuch.
Fettrückständen (z.B. Fingerabdrücke) können zu verminderter Haftung führen. Um das Druckbett zu Entfetten, tränken Sie ein Tuch mit Isopropylalkohol und wischen Sie die Oberfläche gründlich ab. Regelmäßiges Abwischen von Fettrückständen hilft, Haftungsprobleme zu vermeiden.
Um ABS Rückstände zu entfernen, reinigen Sie das Druckbett mit einem azetongetränkten Tuch.
Andere Materialreste werden am besten mit einem fuselfreien Tuch und einem geeigneten, nicht-ätzendem, ungiftigen Lösungsmittel.
VERLETZUNGSGEFAHR! Steht kein geeignetes Lösungsmittel zur Verfügung, können anhaftende Materialreste auch mit einer scharfen, flachen Klinge (z.B. Cutterklinge) in spitzem Winkel abgeschabt werden.
Hot ends
Bei Verwendung desselben Kunststoffs ist ein Reinigen der Düsen beim Spulenwechsel nicht erforderlich. Erstarrte Materialreste werden beim näcshten Erwärmen wieder aufgeschmolzen und behindern den Förderprozess nicht.
Eingedrungener Staub und verkokte oder verklebte Reste unterschiedlicher Kunststoffe können jedoch zum Verstopfen der Bohrung führen. Auch beim Wechsel auf einen anderen Kunststoff mit anderer Schmelztemperatur sollten die Düse und das Barrel vor der weiteren Verwendung gründlich gereinigt werden.
Dazu müssen die Düse und das Barrel ausgebaut werden. Legen Sie beide Teile so lange in ein geeignetes Lösungsmittel ein, bis sich die Materialreste gelöst haben. Anschließend sollte das Barrel mit einem Pfeifenreiniger ausgewischt werden. Die Düse sollte gründlich gespült und gegebenenfalls mit einer Nadel gesäubert werden.
INFO
Die Wahrscheinlichkeit, dass die Düse verstopft, ist in Umgebungen mit starker Staubentwicklung, besonders durch Textilfasern oder ähnlich weiche Partikel, stark erhöht.
Förderräder
Durchdrehen des Förderrades und Einfressen in den Filamentstrang sind häufig ein Zeichen für eine verstopfte Düse. Ursachen können Partikel in der Bohrung, aber auch ein zu dicht geleveltes Druckbett oder übermäßige Extrusionsmengen sein. Ebenso kommt als Ursache eine zu hohe Andrückspannung vor.
Die Zähne des Förderrads setzen sich dabei mit Kunststoff zu, der Materialvorschub bricht ab und der Druck wird nicht beendet.
Der 3D-Drucker wird nichtsdestotrotz den G-Code vollständig abfahren, eine Förderstopperkennung ist nicht vorhanden. Der Bediener muss den Druckauftrag aktiv abbrechen.
Um die Zähne von Abrieb zu reinigen:
HINWEIS
Die nachfolgende Beschreibung gilt ausschließlich für 3D-Drucker bis Hardware Revision 1.1.0.
Spätere Revisionen sind mit anderen Gleitlagerfolien ausgestattet, die keinerlei Schmierung bedürfen.
Alle Gleitlager des RepRap Industrial sind mit Gleitfolien für Trockenlauf ausgestattet. Trotzdem können die häufigen Temperaturschwankungen in der Druckkammer zu Stick-and-Slip Effekten führen, besonders bei den Z-Wellen. Die Wellen sollten dann geschmiert werden.
HINWEIS
Verwenden Sie kein anderes Schmiermittel. Die Trockenlauflager sind empfindlich gegen Öle und Fette und können irreparabel beschädigt werden.
Wenn starke Vibrationen des Drucktsches beim langen Verfahrwegen (z.B. Anfahren der Druckposition oder der Home-Position) auftreten oder sich an Druckobjekten zunehmend Schwingungsartefakte zeigen:
INFO
Während des nächsten Aufheizens sondert das Ballistol Universal einen Geruch ab, der von Manchen als unangenehm empfunden wird.
Dies ist nicht gesundheitsschädlich und verfliegt innerhalb von ein paar Stunden.
Um Arbeiten am Kühlsystem oder Steuer- und Regelelementen vorzunehmen, müssen die rechte oder linke Verkleidung der Elektronikkammer abmonitert werden. Die nachfolgende Beschreibung gilt für beide Seiten gleichermaßen.
GEFAHR VON ELEKTRISCHEM SCHLAG!
Elektrische Schläge können schwere Verletzungen verursachen. Öffnen Sie die Elelktronikkammer niemals, solange der 3D-Drucker eingeschaltet ist.
Fahren Sie ihn immer ordnungsgemäß herunter und trennen Sie ihn von der Stromversorgung, bevor Sie arbeiten an elektischen oder elektronischen Kompnenten durchführen.
Warten Sie anschließend mindestens eine Minute, damit sich Restspannungen abgebaut können.
HINWEIS
Elektrostatische Entladung kann elektronische Komponenten irreparabel beschädigen. Erden Sie sich, bevor Sie solche Bauteile berühren.
Um die Elektronikkammer zu öffnen:
QUETSCHGEFAHR!
Umkippen des 3D-Druckers kann zu Quetschungen führen und das Gehäuse irreparabel beschädigen. Achten Sie darauf, dass der 3D-Drucker nicht umkippt.
Nach Abschluss aller Arbeiten montieren Sie die Verkleidungsteile in umgekehrter Reihenfolge, entfernen Sie alle Kanthölzer und booten Sie den 3D-Drucker neu.
Um mit einem anderen Düsendurchmesser zu drucken, bei Wechsel des Kunststoffs oder für die Reinigung müssen die Düsen abgeschraubt und wieder montiert werden.
VERBRENNUNGSGEFAHR!
Bevor Sie eine Düse abschrauben, muss das Filament aus dem Hot-End entfernt werden. Dies kann es erforderlich machen, das entsprechende Hot-End auf Extrusionstemperatur aufzuheizen. Abhängig vom eingesetzten Material können dafür Temperaturen bis zu 300°C erforderlich sein, die bei Berührung ernste Verbrennungen verursachen können.
Nachdem der 3D-Drucker abgekühlt ist:
HINWEIS
Schrauben Sie die Düse niemals ab, ohne die Klemmschrauben zu lösen und am Barrel zu gegenzuhalten. Verdrehen des Barrels kann die Klebeverbindung zerstören.
Wenn erstarrter Kunststoff ein gewaltfreies Lösen der Düse verhindert, heizen Sie das Hot-End auf Extrusionstemperatur auf und lösen Sie die Düse zwei bis drei Umdrehungen. Schrauben Sie die heiße Düse nicht vollständig herunter. Fallenlassen der Düse kann den Acrylglasboden der Druckkammer beschädigen.
Schalten Sie das Hot-End anschließend wieder aus und warten Siem bis es abgekühlt ist, bevor Sie die Düse endgültig abschrauben.
HINWEIS
Überdrehen der Düse kann zum Abscheren des Gewindes führen. Verdrehen des Barrels kann die Klebeverbindung zwischen Barrel und Heizblockaufnahme zerstören
Ziehen Sie die Düse nicht ohne Gegenhalten an.
INFO
Reinigen Sie die Düse vor der Installation mit Azeton oder Isopropylalkohol, um Staub, Fett und Späne zu entfernen. Trocknen Sie sie anschließend gut.
Reinigen Sie abgebaute Düsen und bewahren Sie sie in ein trockenen, staubdichten Schachtel auf.
Zu Reinigungszwecken, bei Wechsel des Druckmaterials oder in Problemfällen kann es erforderliche sein, das Barrel eines Hot-Ends auszutauschen.
Installieren Sie gegebenenfalls zuerst das linke Barrel:
INFO
Eine metallisch saubere Oberfläche und eine gut angezogene Befestigungsschraube sind wichtige Voraussetzungen für den optimalen Wärmeübergang vom Heizblock auf die Düse.
Prüfen Sie daher vor dem Aufsetzen des Heizblocks, die Oberfläche der Bohrung auf Sauberkeit und reinigen Sie sie gegebenenfalls. Falls erforderlich, heizen Sie das Hot-End kurz auf Extrusionstemperatur auf, um Kunststoff, der in das Gewinde gelaufen ist, aufzuschmelzen.
HINWEIS
Achten Sie darauf, die Thermistorkabel nicht zu beschädigen.
INFO
Die Oberkante des Barrels und die Aussparung sind gute Indikatoren für die korrekte Position des Barrels im Kühlblock (siehe Abbildungen).
Die Thermistorkabel des Heizblocks sind sehr empfindlich und werden durch Biegen und Quetschen leicht beschädigt. Beschädigung eines Thermistorkabels führt zu falschen Temperaturmesswerten, die eine Sicherheitsabschaltung des 3D-Druckers bewirken; ein Betrieb ist bis zum Austausch des defekten Thermistors nicht möglich.
In diesem Fall muss der gesamte Heizblock ausgetauscht werden.
Um den Heizblock auszubauen:
HINWEIS
Achten Sie darauf, die Themistorkabel nicht zu beschädigen.
¹ Direkt zu beziehen über sales@kuehlingkuehling.de, den Online Shop den Herstellers (http://innovatek.de, Artikelnummer: 500473) oder entsprechende Händler.
Wenn übermäßig viele Luftblasen im Kühlkreislauf sind, muss Kühlmittel nachgefüllt werden.
Um an die Kühlmittelpumpe zu gelangen, muss zunächst die Verkleidung der Elektronikkammer abgenommen werden. Dann:
Das Aktivkohlegranulat im Lufterfilter der Druckkammer sollte bei normaler Benutzung alle sechs Monate vollständig ausgetauscht werden, um eine gleichbleibend hohe Filterwirkung zu gewährleisten.
Um das Granulat auszutauschen:
Bei Lieferung ist der Filamentandrückhebel so eingestellt, dass das Standardmaterial Kühlung&Kühling ABS snow-white umgehend verarbeitet werden kann. Für andere Kunststoffe kann das Einstellen einer anderen Vorpsannung erforderlich sein.
Eine zu hohe Vorspannung kann zum Druchdrehen und Fressen des Förderrads führen. Eine zu geringe Vorpsannung führt dazu, dass das Förderrad nicht in das Filament eingreift. In beiden Fällen wird kein Material extrudiert.
Stellen Sie die Vorspannung ein, indem Sie die Stellschraube herein- oder herausdrehen, bis das Filament gleichmäßig ohne Rutschen oder Fressen transportiert wird und das Zahnprofil auf dem Filament ein gleichmäßiges Erscheinungsbild aufweist. Drehen Sie die Schraube rechts herum, um die Spannung zu erhöhen und links herum, um sie zu verringern.
Um die Einstellung zu testen, führen Sie den Prime Extruders Wizard aus.
Bei Auslieferung ist das Umkehrspiel der Antriebe des RepRap Industrial 3D-Druckers präzise kalibriert, sodass Zylinder und zylindrische Bohrungen innerhalb der angegebenen Toleranzen exakt rund gedruckt werden. Diagonal gedruckte Geraden werden parallel und mit gleichmäßigem Abstand auf das Druckbett gelegt.
Wenn Sie feststellen, dass kreisrunde Strukturen unrund oder Diagonalen als Doppelbahnen gedruckt werden (siehe nebenstehende Abbildung), sollte die Kompensation des Umkehrspiels neu kalibriert werden, wie nachstehend beschrieben.
Ab RepRapOnRails Version 1.3.0 gibt es einen automatisierten Kalibriervorgang, der die Kompensation des Umkehrspiels misst und und die Werte direkt in den EEPROM-Speicher schreibt. Diese Methode ist schnell, präzise und zuverlässig und löst die unten beschriebene Vorgehensweise vollständig ab.
Um die Kompensation des Umkehrspiels einzustellen:
X backlash [mm]
Y backlash [mm]
0.000
.
HINWEIS
Für alle folgenden Schritte:
Bewegen Sie den Druckkopf nur über dei Schaltflächen auf dem Touchscreen.
Stellen Sie sicher, den Druckkopf nicht mehr als 0,1 to 1mm in Negativrichtung zu bewegen, nachdem der Messkopf anliegt.
Anderenfalls kann es zur Beschädigung von Druckkopf und/oder Messuhr kommen.
0
.
Beispiel:
Messwert = 0,88mm
erforderliche Kompensation:
1,00mm - 0,88mm = 0,12mm
.
X backlash
ein, wie weiter oben beschrieben.
Überschreitet der errechnete Wert
0,2mm
in X-Richtung und/oder
0,3mm
in Y-Richtung
liegt ein mechanischer Fehler vor, am wahrscheinlichsten ein gelöstes Pulley. In diesem Fall kann die Kalibrierung keine Verbesserung bewirken.
Wenden Sie sich an unseren Technischen Support.
Während des Transports und der Aufstellung, aber auch im täglichen Betrieb, können sich durch Vibrationen die Sicherungsschrauben der Stellringe an der Z-Spindel lösen. Dadurch wird die Positionierung des Druckbetts ungenau, obwohl das Leveling korrekt erscheint. Das durch den verstellten Stellring erzeugt Umkehrspiel der Spindel macht sich erst bei den minimalen Hubbewegungen während eines Druckauftrags bemerkbar. Das Erscheinungsbild des Fehlers entspricht dem eines zu hoch gelevelten Druckbetts - die erste Lage haftet nicht mehr korrekt und scheint leicht in die Luft extrudiert zu werden.
In diesem Fall müssen der Stellring nachgestellt und die Befestigungsschraube festgezogen werden.
HINWEIS
Heben Sie den Drucktisch nicht am vorderen Ende an, um das Spiel an der Spindel zu testen. Aufgrund der Hebelwirkung kann der Z-Schlitten beschädigt werden und ein falscher Eindruck von tatsächlich vorhandenem Spiel entstehen.
Fassen Sie den Drucktisch von beiden Seiten nahe der Lager an, um das Spiel zu testen.
Schalten Sie den 3D-Drucker aus. Um zu prüfen, ob sich ein Stellring gelöst hat, versuchen Sie vorsichtig, den Drucktisch anzuheben. Beobachten Sie dabei das Z-Pulley. Lässt sich der Drucktisch einige Millimeter anheben und das Pulley bewegt sich axial mit, ist der obere Stellring verrutscht und muss wieder an seine Position gesetzt werden. Lässt sich der Drucktisch anheben, ohne dass sich das Pulley bewegt, hat sich die Spindelmutter im Z-Schlitten gelöst und muss nachgezogen werden.
Um den Stellring zurückzusetzen: